HEAD Racing Team 2012/2013
October 26th, 2012

Die große Kristallkugel durch Lindsey Vonn, vier kleine Kristallkugeln, 28 Weltcup-Siege – mit dieser beeindruckenden Bilanz verteidigten die HEAD World Cup Rebels in der vergangenen Saison klar Platz eins in der Markenwertung. Prominente Neuzugänge verstärken in der Saison 2012/13 das Team: Beat Feuz, Julia Mancuso und Georg Streitberger geben berechtigte Hoffnung, dass das Racing-Team von HEAD den Hattrick schafft und zum dritten Mal in Folge den Titel als bestes Weltcup-Team der Welt holt.

Die vergangene Saison ging für das Racing-Team von HEAD sehr emotional zu Ende. Mit Didier Cuche trat einer der ganz großen Athleten von der Weltcup-Bühne ab. In seiner letzten Saison stellte der sympathische Schweizer mit dem fünften Abfahrts-Sieg beim Hahnenkammrennen 2012 in Kitzbühel einen neuen Rekord auf. Unvergessen bleibt sein finaler Auftritt mit alten Ski und alter Kleidung beim Weltcup-Finale in Schladming. Nicht weniger emotional auch der Rücktritt der Ski-Königin Anja Pärson. Die Schwedin, in 42 Weltcup-Rennen ganz oben am Podest, verabschiedete sich in Schladming ebenfalls vom Rennsport.

Zwei große Stars dankten ab, die drei prominenten Neuzugänge Beat Feuz, Julia Mancuso und Georg Streitberger heißt das HEAD-Racing Team herzlich willkommen. Die neuen World Cup Rebels gehen voll motiviert in die neue Saison, die mit der Weltmeisterschaft im Februar in Schladming ihren großen Höhepunkt hat.

Beat Feuz hat nach seinem Wechsel zu HEAD eine klare Marschrichtung: „Mein Ziel ist es, mit HEAD eine Kristallkugel zu holen und nicht an zweiter Stelle zu landen. Bei der Weltmeisterschaft will ich eine Medaille, weil alles andere zählt bei einer WM nicht“, geht der Schweizer trotz Trainingsrückstand nach seiner Knie-Operation im Frühjahr mit großen Erwartungen in die neue Saison. Auf seine neuen Team-Kollegen freut sich Feuz: „Die Stärke des Teams ist sicherlich eine Hilfe für mich. Es sind viele Top-Athleten dabei. Ich denke, dass ich gut ins Team passe. Aber nicht nur als Ergänzung, sondern um einer der Besten zu sein.“

Viel erwarten darf man sich in der neuen Saison von Julia Mancuso. Ski-Legende Franz Klammer ist überzeugt, dass sie nach ihrem Wechsel zu HEAD „noch besser sein wird“. „Die großartigen Leistungen der World Cup Rebels in den vergangenen Jahren sind für mich sehr motivierend“, sagt das stets gut gelaunte US-Girl. Mit Pilates-Übungen und Apnoe-Tauchtraining hat sie in der Vorbereitungszeit ihre Atem-Technik verbessert. Die Weltmeisterschaft nimmt bei Mancuso einen hohen Stellenwert ein, denn „im Weltcup bekommt man jedes Wochenende eine neue Chance, bei Weltmeisterschaften muss man wieder zwei Jahre warten.“ Ihre Ziele für Schladming: „Ich möchte zumindest einmal auf dem Podium stehen.“

Ein Ziel, das sich bei seiner Heim-Weltmeisterschaft auch Georg Streitberger gesteckt hat. Der Österreicher hofft, dass er sich im starken Speed-Team von HEAD noch mehr steigern und seinen bisherigen zwei Weltcup-Siegen weitere Erfolge hinzufügen kann. Neben Schladming ist für Streitberger, der sich im Sommer auch mit Kite-Surfen und Motorradfahren fit gehalten hat, der Weltcup in Kitzbühel ein klares Saison-Highlight.

Der große Star der vergangenen Saison war ganz klar Lindsey Vonn. Die große Weltcup-Kugel, drei kleine Kugeln in Abfahrt, Super-G und in der Super-Kombination sowie zwölf Saisonerfolge zeigen ihre Dominanz. Mit insgesamt 1.980 Punkten stellte die US-Amerikanerin einen neuen Punkte-Rekord bei den Damen auf und verfehlte dabei die magische 2.000-Punkte-Grenze nur knapp. Für Vonn sind Weltmeisterschaft und Weltcup gleich wichtig: „Der Gesamt-Weltcup ist extrem wichtig für mich. Aber auch ein Weltmeistertitel ist etwas ganz Besonderes.“ Die neuen Materialregeln machen ihr keine Probleme. „Die Umstellung war weniger schwer als erwartet, weil HEAD schon im Vorfeld beim Austesten der neuen Modelle gut gearbeitet hat. Das neue Material hat die Art meiner Vorbereitung nicht beeinflusst, ich musste nur mehr Läufe als sonst absolvieren“, erklärt Vonn.

Eine der größten Konkurrentinnen von Lindsey Vonn um den Gesamt-Weltcup ist Maria Höfl-Riesch, die sich im Jahr zuvor die große Kristallkugel sicherte. Die Deutsche absolvierte ihr Sommertraining wieder in Neuseeland und Chile und geht mit einem neuen Service-Mann und einem neuen Fitness-Trainer in diese Saison. Sie veröffentlichte auch ihr Buch „Geradeaus“, ein für Höfl-Riesch „interessantes und aufregendes Projekt“. Die neuen Materialregeln sieht sie gelassen, weil man Genaueres ohnehin erst dann weiß, wenn die Rennen begonnen haben. „Ich werde bei jedem einzelnen Rennen mein Bestes geben. Das ist es, was für mich zählt“, sagt Höfl-Riesch.

Für Elisabeth Görgl beginnt eine ganz besondere Saison. Die Österreicherin kommt als Titelverteidigerin in den Disziplinen Abfahrt und Super-G zur Heim-Weltmeisterschaft nach Schladming. Dass die Weltmeisterschaft im eigenen Land stattfindet, sieht sie nicht als zusätzlichen Druck, sondern macht es für sie erst richtig „interessant“. Görgl freut sich auf alle Rennen vor heimischem Publikum. Die Vorbereitung auf die neue Saison hat sie in Neuseeland, der Schweiz und Österreich absolviert. Mit dem neuen Material war sie aber „mehr auf Freeskiing fokussiert“.

Ihren WM-Titel in der Super-Kombination verteidigen will in Schladming Anna Fenninger. „Ich fühle dabei keinen Druck von außen. Ich möchte bei dieser Weltmeisterschaft einfach mein Bestes geben“, sagt die Österreicherin. Zusätzliche Einheiten beim Gewichtheben im Fitnesscenter standen bei ihr in der Vorbereitung auf dem Programm. „Mit dem neuen Material wird es schwieriger. Man muss genauer und mit mehr Kraft fahren“, weiß Fenninger, die im Sommer auch sehr viel Zeit auf ihrem neuen Motorrad verbrachte.
Kjetil Jansrud kann den Start in die neue Saison kaum erwarten. „Das ist eine Saison, in der ich bei der Weltmeisterschaft in mindestens drei Disziplinen um Medaillen kämpfen kann“, freut sich der Norweger, der in der vergangenen Saison in seinem Heimatland ein außergewöhnlich erfolgreiches Weltcup-Wochenende genießen durfte: Jansrud siegte in Kvitfjell im Super-G, wurde Zweiter in der Abfahrt und holte einen dritten Platz im zweiten Super-G. Das neue Material „wirft den Sport um ein paar Jahre zurück. Statt technischer Finesse zählt jetzt rohe Kraft“, weiß Jansrud. Vor dem Saisonstart verlängerte er seinen Vertrag bei den HEAD World Cup Rebels. „Die zwei vergangenen Jahre bei HEAD machten mir sehr viel Spaß: Das Team leistet hochprofessionelle Arbeit und die Stimmung ist großartig. HEAD hat die beste Rennabteilung!“ begründet der Norweger seine Entscheidung.

Mit Marcel Mathis sorgte ein junger Athlet in der vergangenen Saison für Aufsehen. Der Österreicher fuhr mit einem beeindruckenden zweiten Lauf im Riesenslalom von Bansko auf Rang drei. Eine Platzierung, die er beim Weltcup-Finale in Schladming noch einmal bestätigte. Sein neuer Service-Mann ist jetzt sein Vater, der unter anderem auch für Bode Miller arbeitete. Größere Erwartungen an die neue Saison hat Mathis vorerst aber nicht: „Ich will nur schnell Skifahren“ Er fügt aber auch hinzu: „Ich bin jung und möchte gewinnen.“

Für Ted Ligety ist der Gesamt-Weltcup in dieser Saison ein echtes Thema. Im Riesenslalom ist der US-Amerikaner top. In seiner ursprünglich besten Disziplin, dem Slalom, will er sich wieder steigern. „Ich spüre deutlich, dass ich diesem Ziel näher komme“, weiß Ligety. „Auch mein Speed ist in diesem Sommer besser geworden. Aber wenn man um den Gesamt-Weltcup mitkämpfen will, geht es darum, das Vertrauen hoch zu halten und eine Serie von guten Rennen hinzulegen.“ Ligety sieht sich als „Verkörperung“ des World Cup Rebels, weil er sich bei heiklen Themen kein Blatt vor dem Mund nimmt. Andererseits sorgt er aber auch für „Beständigkeit in den technischen Disziplinen“ des Racing-Teams von HEAD.
Ein Athlet verkörpert den HEAD World Cup Rebel wie kein anderer: Bode Miller. Der US-Amerikaner hat in der Sommerpause geheiratet und ist nach seiner Knie-Operation wieder zurück im Schnee. Miller hat für die neue Saison ein klares Ziel: „Ich fokussiere mich auf den Weltcup. Ich möchte in dieser Saison die kleine Kristallkugel in der Abfahrt gewinnen. Was die Weltmeisterschaft betrifft, schaue ich auf Abfahrt, Super-G und Kombination. In allen drei Disziplinen bin ich bereits Weltmeister geworden.“ Mit Chris Krause hat Miller einen neuen Service-Mann an seiner Seite, der zuvor jahrelang Didier Cuche erfolgreich betreute.

Zu den Routiniers im Weltcup-Zirkus zählt auch Aksel Lund Svindal. Der Norweger holte sich in der vergangenen Saison die kleine Kristallkugel im Super-G. Er konnte aber auch über einen Abfahrts-Sieg beim Weltcup-Finale in Schladming jubeln. Svindal freut sich auf die kommende Weltmeisterschaft in Schladming: „Die WM kommt zu den Fans. Ich glaube, es werden bei fast jedem Rennen 50.000 Zuschauer dabei sein.“ Svindal weiß aber auch, dass „der Gesamt-Weltcup trotzdem der größte Titel ist, den ein Skiläufer gewinnen kann.“ Das neue Material könnte vor allem bei warmen Bedingungen zum Problem werden. „Wenn man am Ende der Saison zum Beispiel in Kranjska Gora als Letzter im zweiten Durchgang starten muss, kann es hart werden.“

Die HEAD World Cup Rebels gehen bestens gerüstet in die neue Saison. Und wollen gleich beim Auftakt in Sölden an die großen Erfolge der vergangenen Saisonen anknüpfen.