Ted Ligety fährt in einer eigenen Liga
December 16th, 2012

Es war eine beeindruckende Machtdemonstration von Ted Ligety beim Riesentorlauf in Alta Badia. Wer dem Zweitplatzierten im ersten Durchgang 2,40 Sekunden abnimmt und die Konkurrenz nach Belieben dominiert, der darf sich ohne Zweifel als Riesenslalom-König feiern lassen. Auch im zweiten Durchgang ließ der US-Amerikaner am Sonntag nichts anbrennen und verwies Marcel Hirscher und Thomas Fanara klar auf die Plätze zwei und drei. Damit holte der HEAD World Cup Rebel seinen dritten Riesenslalom-Sieg in der laufenden Skisaison – und seinen insgesamt 14. Weltcup-Erfolg.

Ted Ligety ließ seine Gegner in Alta Badia verzweifeln. Alle anderen Top-Läufer konnten sich wieder einmal nur darüber wundern, wie man selbst mit einer guten Fahrt keine Chance auf den Sieg hatte. Denn Ligety zog in unverwechselbarer Manier seine Schwünge durch die Riesenslalom-Tore und war dabei immer voll auf Zug. Die Übergänge erwische er wie kein anderer und distanzierte damit den Rest der Welt. Zwischen ihm und dem Zweitplatzierten Marcel Hirscher lagen 2,40 Sekunden – mit über vier Sekunden Rückstand kämpfte man noch um einen Top-10-Platz.

„Der zweite Durchgang war nicht einfach für mich. Wenn man so viel Vorsprung hat, ist es schwierig einzuschätzen, wie viel Risiko man nehmen soll“, betonte Ted Ligety nach dem Rennen. Doch der US-Amerikaner verstand es perfekt, ohne zu großes Risiko zu nehmen den dritten Saisonsieg abzuholen. Zwar streute Ligety im zweiten Durchgang vor allem im Mittelteil den ein oder anderen kleinen Fehler ein, doch er ließ sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen. Im Schlussteil erwischte der US-Skistar die perfekte Linie und baute den Vorsprung wieder auf über zwei Sekunden aus. Damit liegt Ligety jetzt mit 360 Punkten im Riesentorlauf-Weltcup 40 Punkte vor Marcel Hirscher.